Ein Hoffnungsträger an der Ukraine-Front – Buchgeflüster mit Manuel Weber

Shownotes

„Gott beruft und gebraucht diesen Mann auf eine ganz besondere Art und – so wie er es mit jedem Menschen vorhat. Kein Buch zum Träumen, aber eins, das berührt und in Bewegung bringt.“ (Hauke Burgarth, Buchautor)

Mit schusssicherer Weste und offenem Herzen steht Manuel Weber an der Ukraine-Front. In der heutigen Podcast-Folge spricht er mit Podcast-Moderator Stefan Loß über seine Erfahrungen mit den Menschen, für die er ein Lichtblick inmitten des Chaos sein durfte – und über seinen inspirierenden und gelebten Glauben, der beweist, dass tatkräftiger Glaube einen Unterschied macht.

Die bewegende Biografie eines Mannes, der verankert im Glauben, dorthin geht, wo Menschen um Hoffnung ringen.

Erhätlich ist das Buch in der Buchhandlung Ihres Vertrauens oder online: https://brunnen-verlag.de/193377/der-kugelsichere-prediger.html

Online ist der BRUNNEN Verlag hier zu finden: Instagram: @brunnen_giessen Facebook: Brunnen Verlag (https://www.facebook.com/brunnenverlag)) YouTube: @brunnenverlag5976 Webseite: https://brunnen-verlag.de/

Online ist Manuel Weber hier zu finden: Instagram: @bulletproofpreacher

Moderiert und produziert wurde diese Folge von Stefan Loß, BRUNNEN-Verlag Gießen.

Transkript anzeigen

00:00:08: Hochgeflüster, Ihr Podcast von Brunnenverlag.

00:00:17: Herzlich willkommen mein Name ist Stefan Loß.

00:00:19: heute nehme ich Sie mit auf eine Reise mitten in eines der Krisengebiete der Welt.

00:00:23: seit mehr als vier Jahren herrscht Krieg in der Ukraine.

00:00:26: fast jeden Tag gibt es neue Berichte über neue Angriffe über zerstörte Häuser und Wohnungen über Tote und Verletzte.

00:00:33: Und wenn man dann die vielen Berichte liest und hört dann fragt man sich vielleicht was kann man da tun?

00:00:38: wie kann man überhaupt helfen?

00:00:39: Mein Gast heute hat diese Frage ganz praktisch beantwortet.

00:00:42: Er fährt regelmäßig an die Front, zieht sich eine schusssichere Weste über, sucht das Gespräch mit den Soldaten und betet für sie.

00:00:49: So kam er zu seinem Spitznamen der kugelsichere Prediger.

00:00:53: Herzlich willkommen Manuel Weber!

00:00:54: Hallo!

00:00:55: Hello!

00:00:56: Manuel erst mal zu deinem Spitzname.

00:00:58: ein richtiger Prediger bist du ja gar nicht?

00:01:00: Du hast einen ganz normalen Beruf mit dem du dein Geld verdienst.

00:01:03: was ist das?

00:01:05: Ich bin selbstständig und verkaufe Bauelemente im Außenbereich, also Terrassendächer, Carports, Markisen, Wintergärten etc.

00:01:14: Also sehr was Handwerkliches!

00:01:16: Wie bist du denn dann zum Predigen gekommen?

00:01:18: Das hast ja schon gemacht bevor Du in die Ukraine gefahren bist.

00:01:22: Ja genau ich predige ab und zu schonmal bei uns in der Gemeinde Und in der Ukraine ist es so dass ich da tatsächlich mit einem Team von Pastoren unterwegs bin aber der einzige Bin der predigt Einfach daran liegt, dass die Ukraine... Sie sind halt nicht in der Armee, sie sind Zivilisten.

00:01:42: Die Soldaten, die wir treffen, die wissen, fahren heute Abend oder morgen wieder zu ihren Frauen nach Hause und da tun sich die Pastoren schwer damit hinzugehen um mit denen zu sprechen, zu beten, zu predigen weil sie einfach so die Angst haben nicht ernst genommen zu werden.

00:01:58: Dass man sagt, was wollen die uns erzählen?

00:02:00: Die schlafen heute Abend wieder in ihrem sicheren Bett zu Hause bei ihren Frauen.

00:02:03: Und ich bin da in einer Situation, bis ich die Soldaten treffe, bin ich dreitausend Kilometer gefahren.

00:02:09: Ich habe meistens einen Krankenwagen dabei oder Verbandsmaterial.

00:02:12: Ich müsste nicht da sein und da komme ich mit einer ganz anderen Ausgangslage hin und da hören sie mir auch zu und deswegen ist dann meine Aufgabe, obwohl mit zum Teil der einzigelei in dem Team bin, dann diesen Paar zu übernehmen und den Soldaten zu reden.

00:02:30: Das heißt du kommst ja da nicht als Tourist dahin.

00:02:33: also wer reißt schon freiwillig an so ein Ort?

00:02:35: Und dann steht die Frage vermutlich bei den Soldatens schon direkt in den Augen was macht er denn hier?

00:02:41: ich stelle mir vor dass das genau der Ansatz für dich ist zu sagen Ja ich kann euch etwas erzählen oder Ist es eine Situation muss ich mir das so vorstellen?

00:02:50: Ja, also die rechnen ja mit viel aber nicht das dann deutscher kommt und mit ihnen zu beten oder in der andach zu halten.

00:02:58: Also im ersten moment sind viele überrascht.

00:03:01: Ich meine mittlerweile macht es jetzt seit ein paar jahren Viele kennen mich schon oder haben schon von mir gehört spricht sich auch so ein bisschen um Genau.

00:03:09: also Es ist durchaus so dass am anfang vielleicht eine andere tatsächlich überrasacht ist.

00:03:16: doch alle bleiben, alle zuhören und die Sonanz ist auch immer wieder eine große Dankbarkeit, eine große Offenheit.

00:03:23: Die Leute hören zu... Ja es ist einfach so, das ist ja auch meine willkommene Abwechslung.

00:03:29: Die Soldaten unter sich, wo?

00:03:31: drüber unterhalten sie sich schon mal?

00:03:33: über ihre Familien oder Krieg, über die Situation an der Front und wenn dann mal jemand kommt mit ihnen betet sich Zeit nicht einmal zuhört, auch mal mit einer positiven Botschaft kommt Ja, das wird sehr offen angenommen und die Soldaten sind einfach froh und dankbar drüber.

00:03:50: Du engagierst dich jetzt schon ein paar Jahre für die Ukraine?

00:03:53: Ich habe das eben erzählt.

00:03:54: man kennt die Bilder aus dem Fernsehen und sitzt dann in seinem Sessel und denkt irgendwie müsste man vielleicht mal aber wie war es denn bei dir was war denn so der Auslöser dafür dass du gesagt hast ne ich stehe jetzt auf ich gehe da hin ich muss etwas tun.

00:04:05: gab's da so einen Moment speziell für Dich?

00:04:08: Also ich hatte vorher gar nicht irgendwie Bezug zur Ukraine.

00:04:11: Ich war vor Kriegsmedienier in der Ukraine und hat jetzt auch kein besonderes Herz für dieses Land, aber ich helfe allgemein gern wenn ich die Möglichkeit dazu habe... Ich war schon in den Flüchtlingslager in Griechenland, in anderen Ländern wo ich geholfen habe und Ukraine als der Krieg ausbracht.

00:04:24: Das war ein Land was man erreichen kann.

00:04:26: das ist halt nicht so wie Sudan oder Myanmar oder Israel, Gaza, wo man vielleicht auch denkt, boah, was könnte man tun?

00:04:32: Aber es ist einfach unerreichbar und man hat auch nicht die Möglichkeiten.

00:04:35: aber Ukraine war jetzt erreichbar.

00:04:38: von mir aus, bis zu Gänze Durch unsere Gemeinde, wo viele Leute aus der ehemaligen Sowjetunion sind, gab es einfach Kontakte in die Ukraine.

00:04:49: Und dann sind wir zwei Wochen nach Kriegsbeginn als Gemeinde anfangs losgefahren und haben ein paar Busse voll gemacht, sind in die Ukraine gefahren.

00:04:56: Zu dem Zeitpunkt habe ich gar nicht über Nacht gedacht, fährt man da öfter hin oder nicht?

00:04:59: Oder wie helfe ich weiter?

00:05:00: Sondern wir haben gesagt, wir packen ein paar bussevoll mit Kleidung, Lebensmittel ... sind dann losgefahren.

00:05:04: und als ich die Menschenmassen an der Grenze gesehen habe.

00:05:08: Ich kannte Flüchtlinge auch aus Griechenland, aber ich hab nie gesehen wie die ihr Land verlassen oder wie Männer sich von ihren Familien verabschieden.

00:05:17: Das hat mich so bewegt, dass ich gesagt habe das war jetzt keine einmalige Aktion.

00:05:21: Ich kann ja nicht nach Hause fahren und so tun, als hätte ich nicht gesehen, wie die Menschen alle hier im Land verlangen.

00:05:26: Und dann bin ich Monat für Monat gefahren.

00:05:29: Mittlerweile war ich zweiputzend mal in der Ukraine.

00:05:32: Du hast angefangen, also du hast es ja eben erzählt.

00:05:34: Das war so eine Gemeindeaktion am Anfang und dann hast du in einer weile langen alte Autos in Deutschland gekauft, umgebaut und die Ukraine gebracht.

00:05:43: Erklär mal was steckt da dahinter an Idee?

00:05:45: Ja

00:05:47: ich habe mal einen Bericht gelesen, ich glaube in der englischen Tageszeitung das Am Anfang des Krieges pro Woche sieben Krankenwagen zerstört worden im Schnitt.

00:05:57: Und dann hab' ich einfach ein Pastor zu dem ich Kontakt hatte in der Ukraine gefragt braucht ihr Autos, braucht ihr Krankenwagen?

00:06:05: und ich hatte keine Vorstellung davon wo kommt man an gebrauchen.

00:06:08: Krankenwagen was kostet das?

00:06:09: Wie kriegt man das darüber?

00:06:11: Ich habe dann so einen ausrangierten Corona-Testwagen gekauft, hab den rübergebracht.

00:06:17: Und ja in der Ukraine ist es so.

00:06:22: Es gibt zwei verschiedene Arten von Fahrzeugen die an der Front quasi da gebraucht werden.

00:06:26: Das sind Casivex also Casual Evacuation das ist wenn jemand an der front verwundet wird dann wird er einfach hinten auf den Pick-up geschmissen oder im Kofferraum von einem Auto und einfach nur rausgefahren.

00:06:35: Da sitzt kein Sanitäter daneben, da gibt es keine medizinische Behandlung und geht's einfach nur darum zu evakuieren.

00:06:40: Hauptsache weg aus dem Kriegsgerät?

00:06:42: Genau!

00:06:43: Und diese Autos sind ja gebraucht.

00:06:46: der SUVs, Pickups das können Busse, Transporter sein.

00:06:49: davon habe ich einige rüber gebracht.

00:06:51: und dann gibts natürlich richtig klassische Krankenwagen.

00:06:53: die stehen an zehn, fünfzehn mittlerweile auch zwanzig Kilometer hinter der Front wo dann eine Übergabe stattfindet, wo die Verwundeten weiter transportiert werden oder von einem Stabilisierungspunkt zu einem Krankenhaus.

00:07:05: und davon habe ich auch schon einige rübergebracht.

00:07:06: Also mittlerweile waren es forty-fünf Fahrzeuge.

00:07:08: Da waren auch ein paar dabei, die an Kinderheime gingen oder an Militärkaplane aber der Großteil sind Kessiwechs und Mediwechs zur Evakuierung

00:07:17: von Verwundenen.

00:07:19: Du warst am Anfang, vor allem im Westen der Ukraine unterwegs.

00:07:21: Hast du auch einen Pastor kennengelernt und eine Gemeinde und so.

00:07:24: Das war dieser Kontakt was du eben gesagt hast.

00:07:26: Und dann schreibst du das in deinem Buch.

00:07:28: die erste Reise an die Front?

00:07:31: Was treibt ein dazu?

00:07:32: Weil ich meine, du lebst in Deutschland.

00:07:34: Sicherheit.

00:07:34: wir haben Gott sei Dank schon lange keinen Krieg mehr erlebt.

00:07:37: Warum hat es dich da so hingetrieben?

00:07:41: Ich war selber etwas überrascht weil ich das nie geplant hatte und ich hatte nie vor als ich das erste Mal auf den Weg in die Ukraine war.

00:07:48: Man plant ja nicht irgendwann falsch auch mal an die Front.

00:07:50: Das war mir völlig fremd, gar kein Bezug dazu.

00:07:52: ich war nie in der Bundeswehr aber ich habe halt viel Kontakt gehabt zu dem Pastor und ich hab immer wieder die Bilder gesehen wie er selber an die front fährt da auch teilweise Leute aus seiner eigenen Gemeinde versorgen die dann mittlerweile militär waren oder der Zivilisten in den Frontnähe versorgt.

00:08:09: Und wir haben viel Kontakt gehabt und eines Tages hat er mir eine Nachricht geschrieben wo er sagte Du musst für mich beten, ich bin am Ende.

00:08:14: Ich kann nicht

00:08:15: mehr.".

00:08:15: All dieses Leid, ich ertrag es einfach nicht mehr.

00:08:17: Und das war der Moment wo ich so realisiert habe was auch diese Situation mit den Christen vor Ort macht und die müssen ja auch ihre neue Rolle finden.

00:08:25: auf einmal ein Pastor, er hatte die gleichen Aufgaben wie ein Pastor in Deutschland.

00:08:30: Der bereitet einen Gottesdienst vor, er trifft sich vielleicht mit Leuten aus der Gemeinde, macht mal eine Taufe oder eine Beerdigung oder noch Hochzeit und auf einmal fährt er an die Front Also seine Leute aus der Gemeinde, die mittlerweile Soldaten sind, fährt dahin und bringt Lebensmittel zu Zivilisten.

00:08:47: Sieht all diese Zerstörung riskiert auch sein Leben.

00:08:50: das ist natürlich eine völlig neue Rolle, die die Leute auch teilweise überforderten gerade auch Zivilistinnen, die das gar nicht kennen.

00:08:57: Und dass wir mir so ein Anliegen zu sagen ich fahre mit um euch zu ermutigen, zu sagen ihr seid nicht alleine mehr war auf einmal dieses Leid auch der Pastor unbewusst gar nicht mal unbedingt der leute an der Front, die da kämpfen.

00:09:08: Sondern auch die Leute, die helfen.

00:09:11: Da habe ich einfach ganz spontan gesagt... Ich fahre mit!

00:09:14: Ich will helfen.

00:09:15: und das war tatsächlich irgendwie so als hätte Gott mir also aufs Herz gelegt weil ich hatte nie von mir aus den Wunsch zu fahren sondern das war irgendwie so dass ich mir gespürt habe.

00:09:24: Ich fahr damit und dann habe ich mal geschrieben wenn ihr das nächste Mal fährst, ich hab hier ein paar Autos für dich Dann würde ich gerne eins mitfahren und selber mit an die Front bringen.

00:09:35: Deiner Frau hast du nichts davon erzählt, oder?

00:09:36: Wie war das?

00:09:38: Ich habe gesagt, ich bleibe etwas länger in der Ukraine um die Spenden zu verteilen, die ich dahin bringe... ...ich hab jetzt nicht im Detail erwähnt wo ich die verteile!

00:09:49: Wie war denn das so?

00:09:50: deine erste Begegnung an der Front?

00:09:52: Ich stelle mir das so... also Du hast dann eine schustliche Röweste gekriegt und gehst dahin wie wahr?

00:09:57: Deine ersten Begegenen mit den Soldaten da

00:10:04: Vormintags, morgens früh, wir haben uns erst an einer zerstörten Tankstelle getroffen.

00:10:08: Da haben wir den Krankenwagen übergeben, die ich mit hatte, an zwei Sanitäter und die haben uns dann eingeladen mitzukommen in ihren Unterschlupf.

00:10:15: Das war ein verlassenes Dorf wo alle Zivilisten weg waren weil es einfach so frontnah war und da versteckte sich in diesem Dorf die Sanitäts-Einheit.

00:10:24: das war die die dreidreißigste Brigade.

00:10:26: Wir wurden dann zum Frühstück eingeladen, ich war in diesem Dorf und überall nur Soldaten.

00:10:31: Und auf den ersten Blick kann man als Laie gar nicht unterscheiden ist das jetzt ein Soldat der wirklich kämpft oder es sind Sanitäter?

00:10:38: Mittlerweile kenne ich den Unterschied und seh's auch.

00:10:41: aber für mich waren das alle Soldaten!

00:10:44: Ich war an diesem Dorfe und die haben sich dann den Krankenwagen angeguckt, den ich mitgebracht habe.

00:10:50: Genau ja und dann standen wir alle im Kreis Und dann habe ich einfach gesagt, meine ursprüngliche Idee war ja mitzufahren um die Christen vor Ort zu ermutigen und denen eine Hilfe zu sagen.

00:11:01: Jetzt stehe ich hier!

00:11:02: Die guckten mich alle an.

00:11:03: Ich hab den Krankenwagen gerade mitgebracht.

00:11:06: jetzt muss ich auch irgendwie was sagen.

00:11:07: Dann hatte ich total auf dem Herzen über Frieden zu sprechen weil das ist was sich jeder da wünscht.

00:11:14: Jeder hat den Wunsch nach frieden und es scheint aus menschlicher Sicht einfach total weit weg so eine Andacht gehalten und einfach gesagt, du kannst auf Frieden haben trotz aller Umstände.

00:11:28: Trotz Krieg egal was ist wenn dieser Friede von Jesus kommt.

00:11:33: und habe einfach ne neue Perspektive geben wollen und hab die Reaktionen gesehen wie offen die Leute waren diese zugehört haben.

00:11:40: nachher hab ich sehr viel in den Arm genommen sich bedankt und hab gedacht wow guck mal du hast hier eine Möglichkeit mit der ich nie gerechnet hätte zu Leuten zu sprechen wo ich nie gedacht hätte dass ich überhaupt als Soldaten spreche.

00:11:51: Und da habe ich gedacht, in dem Moment ist es ähnlich wie damals die Situation an der Grenze wo ich die Flüchtlinge sah.

00:11:56: Das kann ja jetzt nicht einmalig gewesen sein.

00:11:59: das musst du weitermachen.

00:12:00: und mittlerweile war ich dann fünfzehn-sechzehn Mal an der Front.

00:12:05: Du hast am Anfang schon erzählt dass es für dich einfacher ist an der front zu den Soldaten zu sprechen als für die Pastoren und Prediger vor Ort weil sie vielleicht so ein Gefühl haben oh ich müsste vielleicht auch hier mehr helfen oder sowas.

00:12:18: Hast du das als Einladung?

00:12:19: Also haben die dich so ein bisschen vorgeschoben, nach dem Motto Manuel kommt.

00:12:22: Jetzt ... Du kannst ja was sagen weil du bist hier unverdächtig!

00:12:27: Ich habe eben irgendwann erwähnt dass es für viele Christen irgendwie schwierig ist ihre Rolle zu finden und die Rolle meines Teams in der Ukraine war einfach diese Mediwax oder Kessivax zu bringen Verbandsmaterial, die Leute zu treffen Und auch mit Gemeindemitgliedern.

00:12:45: Mit denen wurde dann auch gebetet und einen Abendmahl gehalten, aber die hatten weniger.

00:12:51: Die anderen Soldaten, die keine gemeinsame Kontext haben im Blick.

00:12:56: Das war gar nicht weil sie jetzt sagten ich trau mich nicht oder so was oder die hören mir eh nichts zu sondern sagten halt eine andere Aufgabe.

00:13:02: Und als ich dann kam und ganz selbstverständlich sagte lasst mal mit denen hier beten und meine Andacht halten da waren ja erstmal so glaube es denn die hören zu Ich sag ja, sehen wir ja dann.

00:13:13: Und ja, sie haben tatsächlich zugehört und ab dem Moment war dann klar alles klar.

00:13:17: das ist Manuels Rolle weil ich spreche auch die Sprache nicht und ich stecke da nicht so tief in der Logistik drin.

00:13:23: Die Planen, die Touren kennen die Leute und diese sind dann mehr mit diesen organisatorischen Dingen beschäftigt und meiner Aufgabe ist einfach egal wo wir hinkommen ob es in einer Stadt ist wo Zivilisten noch leben auf den Soldaten treffen.

00:13:36: meine Aufgabe ist dieser Formepart mit Andachten, mit Gebet weil es einfach dann so entstanden ist und das war zum einen eine Aufgabenteilung.

00:13:47: Weil ich das für meine Aufgabe auch so sehe, dass der Hauptpunkt deswegen nicht dahin fahre.

00:13:51: Deswegen nutze ich die Gelegenheiten.

00:13:54: Und wie ich eben sagte, dass die mir natürlich eher zuhören, wenn da jemand aus Deutschland kommt... Das ist an sich schon irgendwie so ne kleine Sensation, dass da überhaupt jemand freiwillig hinkommt und dass der noch ne Anlacht im Gepäck hat.

00:14:06: Da hören die ja einfach zu!

00:14:11: Über was hast du denn da gesprochen?

00:14:12: Weil ich stelle mir vor, wenn man so in einer ganz normalen Gemeinde in Deutschland mal prädigt.

00:14:15: Da gibt es so verschiedene Themen aber da hast Du Leute vor Dir die nicht alle fromm sind also vielleicht Muslim keine Ahnung warst, die in ziemlich herausfordernden Situationen stehen.

00:14:27: Was hast Du denen gesagt von der Bibel vom Glaubenmehr?

00:14:30: Also ich fahre da nicht als Effangelist hin.

00:14:33: Ich habe ja auch nicht viel Zeit weil wir werden dann oft von Drohnen geortet.

00:14:36: das heißt Wir haben nur ein paar Minuten Zeit bis wir wieder weiter müssen Und da bleibt keine Zeit für Erfangelisation in diesem Sinne.

00:14:45: Was ich mache, ist die Menschen ermutigen Hoffnung geben und Frieden geben.

00:14:51: Ich gucke auch immer, in welcher Situation sind hier Leute gerade?

00:14:54: Was können sie am ehesten gebrauchen?

00:14:55: Kommen die gerade aus einem Gefecht oder gehen je bald ins Gefechte?

00:14:57: Oder ist es eine Sanitäts-Einheit oder eine Kampf-Einhalt?

00:15:00: Sind es Zivilisten?

00:15:02: Das ist dann ganz unterschiedliche Andachten.

00:15:03: Manchmal geht's einfach um Gebet, dass sich den Leuten die ermutige zu sagen, ich weiß was für ein Paket ihr mit euch rumschleppt und es ist ja nicht nur, dass die selber getötet werden können.

00:15:14: Die müssen ja auch töten!

00:15:15: Und das ist für viele schon ziemlich herausfordernd.

00:15:19: und da habe ich dann so verschiedene Dinge wo ich mit ihnen drüber spreche, wo ich sage, wenn du heute Abend in deinem Feldblatt liegst, dann bete doch mal zu Gott weil er ist an dir interessiert.

00:15:29: Er ist an deinen Sorgen und Nöten interessiert.

00:15:31: und wenn du niemanden hast zum sprechen, dann sprich mit Gott weil der interessiert dich für dich und für das was dich bewegt.

00:15:38: Ich meine sie haben ja nichts zu verlieren.

00:15:40: In anderen Situationen spreche ich über ganz andere Dinge.

00:15:43: Ich habe zu Zivilisten gesprochen in der Stadt, die war schon kurz vom Fall.

00:15:46: Da ging nur noch Artillerie runter und es gab für die Zivilistinnen keinen Weg mehr raus.

00:15:56: Viele sind auch völlig geblendet von Propaganda.

00:16:00: Die haben halt viele auch russisches Fernsehen und die wissen überhaupt nicht wer ist Freund oder Feind.

00:16:05: Was ist hier überhaupt?

00:16:06: Und können vieles nicht einordnen.

00:16:09: Wenn man ehrlich ist, werden viele von denen da auch sterben.

00:16:11: Die kommen doch nicht mehr Leben draus.

00:16:13: und dann habe ich zum Beispiel einfach eine Andacht gehalten über Ich bin der Weg die Wahrheit unter das Leben Der Weg.

00:16:18: es gibt keinen Weg mehr raus.

00:16:20: aber Jesus ist der Weg Wahrheit.

00:16:22: die wissen nicht.

00:16:24: Sie können das oft gar nicht einordnen.

00:16:26: Da ist seit Jahren auch kein Strom mehr.

00:16:28: die kriegen nichts mehr von außen mit.

00:16:29: die wissen überhaupt nicht was Sache ist.

00:16:31: Aber jesus sagt ich bin die Wahrkeit Und leben.

00:16:33: Auch selbst wenn sie da sterben Bietet Jesus ihnen Leben an.

00:16:38: Ja, das sind so Dinge wo ich einfach schaue wie ist die Situation.

00:16:41: Zu wem spreche ich ja gerade?

00:16:42: was bietet sich an?

00:16:43: Das sind dann kurze Andachten nachher noch ein Gebet.

00:16:47: Viele würden wahrscheinlich sagen Ist das jetzt nachhaltig oder nicht?

00:16:50: aber das liegt ja nicht an mir.

00:16:52: Ich kann da nur hinfahren und einen Samen aussähen und was daraus wird, das liegt dann nicht mehr in meiner

00:16:58: Hand.

00:16:59: Wie hat...ich kann mir vorstellen dass einem solche Begegnungen und solche Momente auch irgendwie verändern.

00:17:04: Du warst vorher Christ du bist jetzt Christ.

00:17:06: Glaubst du anders, redest du anders?

00:17:07: Denkst Du anders nach diesem Begegnung?

00:17:12: Ja also man wird jedes mal etwas dankbarer und demütiger.

00:17:19: Und natürlich das sind so Situationen da ist man auch wirklich auf Gott angewiesen.

00:17:25: Auf Heiligen Geist und einfach zu sagen du musst jetzt die Kontrolle übernehmen weil was soll ich dann in so einer Situation einen zerbombten Stadt mit Zivilisten den sprach ich nicht spreche der Kultur ich nicht wirklich kenne?

00:17:40: wenn ich da nicht auf Gott angewiesen bin, wo dann?

00:17:44: Und das ist, wo man wirklich merkt, dass man deutlich näher an Gott und vertraut Gott viel mehr als so im Alltag.

00:17:50: Weil mit Terrassendächer, wenn ich irgendwo beim Kunden stehe und was aufmesse... Das ist jetzt nicht die Situation, wo ich schreibe Gott, der ich brauche, dich in einer Stadt, in die gerade Atelier fliegt, dann schon eher.

00:18:02: Da merkt man natürlich versuche ich es auch für mich selber mitzunehmen.

00:18:09: Als Selbstständiger ist es eh schon manchmal eher herausfordernd und wenn man dann alle paar Wochen noch in der Ukraine ist, da kann ich diesen Frieden auch gerne mal hier in Deutschland gebrauchen.

00:18:19: Und sich daran zu erinnern was habe ich denn den Leuten da in dieser Stadt gepredigt?

00:18:23: Gilt das auch für mich, wenn ich gerade an meiner Steuererklärung sitze oder andere Dinge?

00:18:27: Das ist etwas wo ich versuche immer viel mitzunehmen und sagen hey das was du da voller Überzeugung an Andere predigst das darfst Du auch gerne selber glauben!

00:18:36: Ja, das sind ja dann zwei Weltenwurde unterwegs.

00:18:39: Ich kenne mir das auch schwierig vor.

00:18:40: du hast diese Bilder im Kopf und weißt jetzt gerade wird es für die Menschen da schwierig oder müssen vielleicht manche sterben?

00:18:46: Und du musst deine Steuererklärung oder baust grade den Terrassendach so, ne?

00:18:50: Das ist glaube ich auch nicht so einfach, dass so immer klar zu trennen, oder?

00:18:55: Ja, gerade am Anfang, also die ersten zwei-drei Male als ich zurückkam war's sehr, sehr schwierig, weil man hat all die Eindrücke...und ich war ja da neu!

00:19:05: Du fährst dann da und dann wirst du die ganze Zeit angebrüllt, was du machen musst.

00:19:09: Achte auf den Straßenrand!

00:19:09: Da liegen Bordensplitter und dann willst du bremsen weil ein Hund vor das Auto rennt und er sagt verweite.

00:19:14: Und also so Dinge, dann pfeift es und alle schmeißen sich hin.

00:19:17: nur ich gucke nach oben.

00:19:18: Das machst du einmal und nie wieder.

00:19:19: Also das sind so Eindrücke, du nimmst so viel mit Dann kommst du nach Hause.

00:19:26: Ich kann mich an eine Situation erinnern, wo ich auf dem Spielplatz war mit meinen Kindern.

00:19:30: Und mein Jüngster musste pinkeln und wir wollten dann zum Waldrand gehen... ...und ich ging durch die Wiese und machte im Fuß immer so... ...wischte das Gras so auf Seite zu gucken ob irgendwo Minen liegen.

00:19:41: Dann denkst du mir, hey, da machst du ja eigentlich ne?

00:19:44: Oder das erste Flugzeug was über dich fliegt in Deutschland.

00:19:48: Guckst du direkt wo ist die nächste Mauer, wo kann ich mich hinschmeißen?

00:19:51: Presslufthammer!

00:19:52: Also so Dinge wo man direkt nervös wird.

00:19:56: Das ist natürlich das eine, aber das andere ist... ...das alltägliche Leben wieder so anzunehmen und zu sagen ja das ist nun mal hier mein Leben.

00:20:05: Und wenn irgendwer ne Reklamation hat und irgendwo tropft es dann muss ich mich trotzdem drum kümmern.

00:20:13: Klar sterben in der Ukraine Menschen und da mögen die Probleme größer sein Aber so dann das eigene Leben wieder hierzu akzeptieren und sagen aber das ist halt auch Teil meines Lebens Da muss ich mir jetzt auch darum kümmern.

00:20:24: Das ist halt auch manchmal Herausforderung.

00:20:27: Ja, Herausforderung ja!

00:20:29: Du bist ein Mensch der sich gerne herausfordern lässt also jetzt nicht nur in Bezug auf Ukraine Auch was du politisch an Statements so immer wieder von dir gibst.

00:20:37: Ich nehme dich als sehr aktiver Als ein Mensch, der tief von seinem Glauben geprägt ist.

00:20:42: Bring das mal kurz als Statement Inwieweit prägt ich dein Glaube bei allem was du tust?

00:20:46: Was ist so deine Kerne Motivation die dich antreibt?

00:20:54: Meine Kerne-Motivation ist glaube ich einfach dass ich versuchen möchte, Menschen so zu sehen wie Gott Menschen sieht.

00:21:01: Und das ist oft herausfordernd.

00:21:06: aber ich glaube gerade als Christen wenn wir uns umschauen und in die Gesellschaft schauen und siehst so viel Not selbst in Deutschland.

00:21:16: Wir haben ja keinen Krieg und wir haben Demokratie und Frieden und trotzdem sind die Menschen geht es vielen halt schlecht oder denken zumindest.

00:21:23: Es wäre schlecht und es wird viel gejammert und geschimpft, man merkt so eine Spaltung und politische Lager treffen aufeinander und das lebt ja selbst im christlichen Rahmen wo es viele Diskussionen gibt.

00:21:37: Da ist mir einfach ein Anliegen da denke ich wenn wir dann nicht sagen die Stimme der Vernunft aber die Stimme der Hoffnung oder die Stimmung des Friedens und der Liebe, wer denn dann?

00:21:47: Also wenn wir's nicht machen dann wird es kein anderer machen.

00:21:51: Und das ist mir echt eine Anliegen, ob ich in der Ukraine bin oder in Deutschland oder irgendwo anders den Menschen zu sagen hey es geht auch anders als Spaltung, es geht doch anders als Streit Es gibt einfach eine Hoffnung die größer ist und es gibt ja... Das ist mir irgendwie ein Anliehen.

00:22:08: dafür muss man nicht in die Ukraine fahren, dann musst du nur morgens zum Bäcker gehen und für den totalumzuhören da kannst du schon aktiv werden

00:22:15: Klar.

00:22:16: Also klar, Manuel vielen Dank.

00:22:18: wer mehr wissen will soll dann Buch lesen.

00:22:19: erst mal Danke für das Gespräch und ich wünsche der viel Segen für alles was noch so kommt bei dem danke.

00:22:25: in seinem buch berichtet manuel Weber ausführlich über seine reisen an die ukrainefront über seine motivation und über die vielen begegnungen die er dort hat.

00:22:33: Der Titel des Buches, der kugelsichere Prediger als Seelsorger an der Ukraine-Front.

00:22:37: Autor ist Manuel Weber.

00:22:39: Es hat hundert neunzig Seiten viele Fotos von den Einsätzen in der Ukraine und kostet zweiundzwanzig Euro.

00:22:46: Käuflicher Werben können Sie es beim Buchhändler Ihres Vertrauens oder natürlich online.

00:22:50: Schön dass sie dabei waren!

00:22:51: Bis zum nächsten Mal ihr Stefan Loß.

00:22:55: Das war Buchgeflüster.

00:22:57: Ihr Podcast vom Bronnentverlag.

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